Deutsche und niederländische Peilschiffe während der Messkampagne im deutsch-niederländischen Grenzbereich (Foto: Bundesanstalt für Wasserbau)

LIVING-LAB RHINE (LILAR) – Sedimentmessmethoden in Deutschland und den Niederlanden

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Das Projekt „Living-Lab Rhine“ (LILAR) strebt an, das gemeinsame Verständnis des Sedimentregimes im Rhein zu stärken und somit nachhaltiges Sediment- und Flussmanagement zwischen Deutschland und den Niederlanden zu unterstützen. Das Projekt ist eine Kooperation von deutschen und niederländischen Partnern. Es wird mit INTERREG-Mitteln gefördert und im Euregio-Rhein-Waal-Abschnitt des Rheins durchgeführt.

Motivation

Entnahmevorrichtung für Schwebstoffproben

Entnahmevorrichtung für Schwebstoffproben (Foto: Bundesanstalt für Gewässerkunde)

Nachhaltiges Sedimentmanagement in Wasserstraßen ist von grundlegender Bedeutung für deren Ökologie und anthropogene Nutzung. Vor allem auch über Ländergrenzen hinweg bedarf es hierfür eines gemeinsamen Verständnisses zur Funktionsweise des Sedimentregimes. Im Rhein ist die Messung von Sedimenteigenschaften (Größe, Menge und Transport verschiedener Fraktionen) Bestandteil eines regelmäßigen Monitorings von Rijkswaterstaat, der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und der Bundesländer. Zusätzliche Daten stehen aufgrund gesonderter Messkampagnen, häufig im Rahmen von Forschungsprojekten, zur Verfügung. Jedoch unterscheiden sich Sedimentmessmethoden sowie Datenauswertung und -interpretation zwischen Deutschland und den Niederlanden. Dies behindert die grenzüberschreitende Vergleichbarkeit und konsistente Nutzung dieser Daten und erschwert das Verständnis zur Funktionsweise des Sedimentregimes des Rheins.

Methodik

Geschiebefänger

Geschiebefänger der Bundesanstalt für Gewässerkunde (Foto: Bundesanstalt für Gewässerkunde)

Der Vergleich der verschiedenen Mess- und Datenanalysemethoden für Schweb- und Geschiebefracht steht bei dem vorliegenden Projekt im Vordergrund. Hierfür ist zunächst eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Methoden notwendig, die von den Behörden auf beiden Seiten der Grenze derzeit verwendet werden. Während einer gemeinsamen Messkampagne werden Daten mit unterschiedlichem Probenahme- und Messequipment erhoben und die Ergebnisse in der Folge gemeinschaftlich ausgewertet und miteinander verglichen. Es sollen relevante Interessengruppen eingebunden werden, um deren spezifische Anforderungen im Projekt zu berücksichtigen. Ziel ist ein gemeinsames Positionspapier mit Einschätzungen zu den aktuellen Methoden und mit Empfehlungen für deren zukünftige Harmonisierung.

Screenshot Video BAW auf youtube Kanal

Screenshot Video BAW auf youtube Kanal

Das Video des BAW auf dem eigenen youtube-Kanal liefert einen detaillierten Einblick in die Messkampagne und untersuchten Methoden.

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Das Projekt wird im Rahmen einer INTERREG-Förderung der Euregio Rhein-Waal in Zusammenarbeit mit der niederländischen Rhine-Meuse-Delta Supersite umgesetzt. Neben der Bundesanstalt für Wasserbau und der Bundesanstalt für Gewässerkunde sind außerdem das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein sowie Rijkswaterstaat und Deltares beteiligt.